Donnerstag, 1. Mai 2014

Synarela

Ein wunderschöner Name!

Und eine gute Nachricht, denn immerhin muss ich mir das Zeug nicht spritzen.
Ist doch schon mal was!

Ich benutze es zur Down-Regulation, meine natürlichen weiblichen Hormone werden so in den Keller gefahren.
Ich nehme es seit zwei Tage, bisher merke ich noch nichts. Ist aber vielleicht auch noch zu früh.

Und wie ist es?
Naja...
Es ist sehr komfortabel - ein Sprühstoss, das war´s.
Nix aufregendes, das üben wir oft genug bei unseren Erkältungen.
Unangenehm wird es "im Abgang".
Ein ganz seltsamer Geschmack rinnt die Kehle hinten runter, den man für die nächste halbe Stunde auch nicht wirklich weg bekommt.

Eine andere Bloggerin hat es mal mit dem Gefühl verglichen, wenn man beim Fensterputzen Sidolin intensiv einatmet.
Jaaa, so ähnlich ist es.
Wobei ich Fensterreiniger als angenehmer empfinde... ;-)
Zu ihrem Bericht kommt ihr übrigens über diesen Link.

Egal, es gibt wesentlich Schlimmeres!

Ich warte jetzt auf meine Tage, die Ende nächster Woche kommen sollten.
Am Tag 2 (oder so - unter Down Regulation ist es immer Tag 2, da der Körper ja keine eigenen Hormone für den Zyklus mehr produziert) geht es zum Ultraschall, danach geben wir mit der Stimulation Vollgas.

Macht´s gut,
Eure Nora


Sonntag, 27. April 2014

Man macht was man kann...

Ihr habt nichts verpasst bei mir - ich warte immer noch auf das, was da kommen mag.

Morgen habe ich den Besprechungstermin in der KiWu, da bekomme ich den Medikationsplan und die einzulösenden Rezepte.

Dann wird es wahrscheinlich Mitte der Woche mit der Downregulation losgehen.

Wie komme ich aber auf den Titel?

Es gibt ja tausend Möglichkeiten, wie man sinnigerweise oder unsinnigerweise das Prozedere unterstützen kann.
Vitamine, Pillchen, Tees, Akkupunktur und ja - die Homöopathie.

Der bin ich doch sehr aufgeschlossen.
Aber eigentlich der richtig richtig klassischen Homöopathie nach Hahnemann.
Man nimmt nie zwei Mittel auf einmal (Komplexhomöopathie ist wie eine Schrotflinte - ein Korn mag treffen, der Rest ist unsinnig).
Man nimmt Homöopathie nie prophylaktisch.
Man nimmt Homöopathie nie für eine generelle Indikation sondern nur nach den gezeigten Symptomen.
Und vor allem: keine Hochpotenzen ohne fachlichen Beistand.

Tja...

Ich bin im Internet mehrfach  auf eine bestimmte Kombination von Mitteln gestossen.
Ich habe für mich beschlossen, dass es nicht schaden wird - und vielleicht unterstützt es ja tatsächlich die Vorgänge?

Also habe ich zuerst mit einer Gabe Sepia C1000 angefangen - seeehr hoch dosiert, wenn man sich mit Homöopathie etwas auskennt.
Aber wegen mir...
Dieses Mittel ist ein allgemeines Frauen-Mittel, soll in höherer Potenz aber auch in "seelische unbewusste Abwehrhaltungen" eingreifen.
Nun denn... möge das Mittel wirken.

Weiter geht es dann mal Kalium carb. D6 morgens und abends gemeinsam mit Alchemilla Urtinktur.
Kalium carb. wird als das "Gold der Gebärmutter" bezeichnet. Nun denn...

Ab einer Woche vor der Punktion kommt dann Bryophyllum Trit. 50% dazu.

Nach dem Eingriff gibt es eine Gabe Arnica C30, Ledum C30 und Aconitum C30.
Abschliessend für drei Tage Ruta D4.

Wer genaue Dosierungen möchte, dem kann ich sie gerne zukommen lassen (auf eigenes Risiko, auch ich habe es nur im Netz gefunden).

Eine ganz gute Liste - vor allem, wenn die restlichen Medikamente noch mit dazu kommen.

Aber wenn es die Chancen auch nur etwas positiv beeinflusst, dann soll es mir recht sein.
Und es gibt mir das Gefühl, etwas aktiv zu tun.

Macht´s gut,
Eure Nora



Mittwoch, 16. April 2014

Warteschleife...

...mal wieder!

Vorgestern konnte ich einen neuen Zyklus aufmachen.
Mit gemischten Gefühlen.

Auf der einen Seite Ungeduld, bis es endlich losgeht.
Downregulation, Stimulation, Punktion, Transfer,... wie spannend!
Auf der anderen Seite Angst.
Was mag es für mich bringen?
Welche Nebenwirkungen erwarten mich?
Wie fühlen sich die "Wechseljahre" an?
Bekommen wir überhaupt die Chance für einen Transfer?
Und das Ergebnis... wie wird es ausgehen?!?

Ich bin ganz schön nervös! ;-)

Macht´s gut,
Eure Nora

Montag, 31. März 2014

Planungsfetischist

Ja, das bin ich!
Mich macht es nervös, wenn ich nicht zumindest grundlegend einen Plan habe.

Am Donnerstag (so der Chef will und mir frei gibt) habe ich das Planungsgespräch in der KiWu.
Ich weiss jetzt schon, dass Frau Doktor gerne das lange Protokoll mit mir machen möchte, da in den bisherigen Zyklen mit Mini-Gonal-Dosis meine Eisprünge immer ziemlich früh waren.

Kurzer Einschub für alle, die mit "langem Protokoll" nichts anfangen können (wie ich auch...):
www.wunschkinder.net      

Mit einer Depotspritze werden meine körpereigenen Hormone heruntergefahren (welcome Wechseljahre) und wird durch weitere Spritzen viele kleine Eier heranstimuliert - oder so...

Und jetzt kommt das Spannende: wie häufig werde ich da wohl in der Klinik aufschlagen müssen?
Denn rein rechnerisch wird die Stimulationszeit und mit etwas "Glück" sowohl Punktion als auch Transfer in den Osterferien liegen.
Mein Chef und seine Frau sind weg, also anderthalb Vollzeitkräfte.
Mehrfaches Fehlen ist da echt schwierig.

Meine Freundinnen können aus Erfahrung sagen "echtes Planen funktioniert nicht".

Ich glaube, ich habe mental den Versuch schon um einen Monat nach hinten geschoben.
Ich nehme meinen Dienstplan mit in die KiWu und werde spontan entscheiden, ob wir diesen Monat schon starten oder doch erst im nächsten Zyklus.

Macht´s gut,
Eure Nora

 


Dienstag, 25. März 2014

Das Ergebnis

Jaaa, Ihr habt ja recht:
erst nen Kliffhänger hinsetzen und dann nix schreiben ist schon fies... ;-)

Das Gespräch mit Frau Dr. Reichel-Fentz war sehr angenehm.
Ich war etwas besorgt, da die Materie ja schon etwas speziell ist und ich eventuell nur Bahnhof verstehen könnte.
Das war aber völlig unnötig, sie spricht langsam, erklärt gut und beantwortet Nachfragen sehr geduldig.

Ich möchte Euch mit den Details nicht langweilen.
Das Wichtigste in Stichpunkten:
- mein Immunsystem ist für die Menge meiner Autoimmunerkrankungen erstaunlich ausgewogen.
- Das Mannose-Binding-System ist komplett bei Null, wohl ein Gendefekt. Es ist eins der drei Wege, wie man das Immunsystem anregen kann.
Hat für den Kinderwunsch nicht wirklich Einfluss - erklärt aber, warum ich lange gesund bleibe, mich dann aber so richtig hinlege. 
- Der negative Crossmatch ist nicht weiter erstaunlich, da ich noch nie schwanger war. Eher ein Normalbefund.
- von daher sehen die Chancen garnicht so schlecht aus.
- sie rät zur Zeit von der Beeinflussung des Immunsystems ab (mein Kinderwunschzentrum wollte gerne IVIG machen).
Grund: sie möchte nicht riskieren, dass ich Schwierigkeiten mit meinen Autoimmunerkrankungen bekomme.
Sollten die nächsten IVF´s schief gehen, können wir das Risiko eingehen.
- Ihre Empfehlung daher: das Cortison ab Punktion von 10mg auf 20mg hochschrauben. Weiterhin Clexane, zusätzlich Selen und Omega-Fettsäuren (1500mg pro Tag).
- Sie vermutet, dass meine Eizellen durch den Hashimoto beeinflusst werden (Zellwände zu dick oder Antikörper drauf), so dass die Spermien im natürlichen Zyklus keine Chance haben.
Sie rät uns zu der Variante, ein paar Eizellen als Privatleistung per ICSI zu befruchten.
Dann kommt es nicht zu einer Nullbefruchtung, wenn ihre Vermutung zutrifft. 

Ein sehr nettes Gespräch, sie klang sehr zuversichtlich.

Wir holen gerade die Genehmigung unserer Krankenkassen ein und werden hoffentlich im nächsten Zyklus mit unserer ersten IVF starten.

Mir geht es damit sehr gut.
Zum einen haben wir einen Plan - seeeehr beruhigend!
Dann haben wir alle Eventualitäten im Vorfeld abgeklärt, wir gehen mit sehr guten Voraussetzungen in die Behandlung.
Ausserdem ist ab jetzt hat das eheliche Vergnügen nichts mehr mit der Familienplanung zu tun - das entkrampft doch ungemein.

Ab Sommer kann ich erneut die Krankenkasse wechseln, es gibt tatsächlich eine, die 5 Versuche mit 75% übernimmt.
Finde ich sympathischer als 3 Versuche zu 100%. Beziehungsweise wie bei meiner jetzigen Krankenkasse 3 Versuche zu 50%...  ;-)

Ausserdem ist nach gut einem Jahr einfach klar, dass hormongeputschter GvnP einfach keinen Erfolg bringt.
Ob mit Urlaub oder ohne.
Ob entspannt oder im Stress.
Ob einmal zum passenden Zeitpunkt oder dreimal. 
Gut gelaunt oder pessimistisch gestimmt.
Es war uns einfach nicht vergönnt.
Oder wie es eine Freundin sagte: "Euer Kind will halt als IVF kommen".
Jetzt hat es die Gelegenheit!

Hoffen wir auf das Beste!

Macht´s gut,
Eure Nora


Dienstag, 18. März 2014

Ich bereite mich vor !

Morgen habe ich endlich das lang ersehnte Gespräch mit Fr. Dr. Reichel-Fentz !

Ich bin ja so gespannt, was sie uns empfiehlt !

Und darum arbeite ich mich ein wenig in die Bedeutung der Immunologie ein.
Ja, ich weiß! Sie ist geduldig und erklärt die Befunde.
Ich möchte aber gerne ein paar Grundlagen haben, um nicht bei Adam und Eva anfangen zu müssen.

Sehr interessant fand ich auch ihren Vortrag, der bei Youtube veröffentlicht ist:

Zugegeben - etwas schwere Kost für alle, die sich mit der Materie noch nicht auseinandergesetzt haben... ;-)

Drückt mir die Daumen, dass sie einen Lösungsansatz benennen kann...

Macht´s gut,
Eure Nora

Dienstag, 11. März 2014

Wie surreal!

Ich war für ein paar Tage ausspannen - ein Citytrip nach Prag.
Wirklich toll, ich kann diese Stadt nur empfehlen!

Ich hatte durch diesen Umgebungswechsel Zeit, mal an etwas anderes zu denken - und doch immer wieder zu diesem so wichtigen Thema zurückkommen.

Dabei ist mir etwas Seltsames aufgefallen.
Ich sehe Mütter mit Kindern.
Ich sehe meine Schwester mit dem dicken Babybauch.
Es sticht und tut weh - natürlich.

Aber gleichzeitig entferne ich mich emotional.
Ist ein Schutzmechanismus?

Ich kann es mir nicht vorstellen, dass wir tatsächlich mal ein Kind im Arm halten könnten.
Die Kinderwunsch-Behandlung scheint eine sich selbst begründende Lebenssituation zu sein, die sich anscheinend so ohne weiteres nicht auflösen wird.
Spritzen, Ultraschall, noch mehr spritzen, hoffen, bangen, Enttäuschung.
Und wieder von vorne.
Warum sollte sich etwas an diesem Kreislauf ändern?

Das klingt bitter, ich stelle es aber wirklich ganz nüchtern fest.
Irgendwie verliere ich das Ziel - eine erfolgreiche Schwangerschaft, ein eigenes Kind -  aus den Augen.
Ich habe mich arrangiert, habe mich abgefunden.
Wir arbeiten daran, wir lassen keinen Zyklus aus.
Es ist ein Mittel zum Zweck, aber der Zweck scheint so surreal. 

Aber dieses emotionale Träumen, das "Wie-schön-wäre-es-wenn", das Ausmalen - das traue ich mich nicht mehr.
Ich lese nicht mehr auf Mütter-Blogs.
Ich speichere mir keine Bastelideen für das Kinderzimmer mehr ab, ebensowenig wie Schnittmuster für wasweissich.

Denn... warum sollte ich?
Tut es nicht einfach nur noch mehr weh, wenn ich das Träumen zulasse?

Ausserdem schleicht sich immer wieder der Gedanke ein, wie das Leben nach Beendigung der Kinderwunsch-Behandlung sein könnte.
Ist es ohne Kinder wirklich so schlimm?
Ich zucke innerlich immer noch zurück, aber es ist zumindest nicht mehr eine Weltuntergangs-Katastrophe.

Ich sehe den Entwicklungen in der Therapie mit einigem distanzierten Interesse zu.
Abstrakt, wie ein naturwissenschaftliches Problem.

Mich regen viele Dinge nicht mehr so auf.
Diese "Halbmenschen"-Debatte: ätzend, aber lass sie schwätzen!
Kinderwunsch-Mädels mit extrem schrägen Ansichten: lästig, aber wenn sie meint... 
Wieder mal die Tage bekommen:  15 Minuten Enttäuschung, danach aufstehen, schütteln, Krone richten und weiter geht´s.

Geht es Euch auch so?
Abstrakte Entfernung als Schutzmechanismus?

Macht´s gut,
Eure Nora