Dienstag, 11. März 2014

Wie surreal!

Ich war für ein paar Tage ausspannen - ein Citytrip nach Prag.
Wirklich toll, ich kann diese Stadt nur empfehlen!

Ich hatte durch diesen Umgebungswechsel Zeit, mal an etwas anderes zu denken - und doch immer wieder zu diesem so wichtigen Thema zurückkommen.

Dabei ist mir etwas Seltsames aufgefallen.
Ich sehe Mütter mit Kindern.
Ich sehe meine Schwester mit dem dicken Babybauch.
Es sticht und tut weh - natürlich.

Aber gleichzeitig entferne ich mich emotional.
Ist ein Schutzmechanismus?

Ich kann es mir nicht vorstellen, dass wir tatsächlich mal ein Kind im Arm halten könnten.
Die Kinderwunsch-Behandlung scheint eine sich selbst begründende Lebenssituation zu sein, die sich anscheinend so ohne weiteres nicht auflösen wird.
Spritzen, Ultraschall, noch mehr spritzen, hoffen, bangen, Enttäuschung.
Und wieder von vorne.
Warum sollte sich etwas an diesem Kreislauf ändern?

Das klingt bitter, ich stelle es aber wirklich ganz nüchtern fest.
Irgendwie verliere ich das Ziel - eine erfolgreiche Schwangerschaft, ein eigenes Kind -  aus den Augen.
Ich habe mich arrangiert, habe mich abgefunden.
Wir arbeiten daran, wir lassen keinen Zyklus aus.
Es ist ein Mittel zum Zweck, aber der Zweck scheint so surreal. 

Aber dieses emotionale Träumen, das "Wie-schön-wäre-es-wenn", das Ausmalen - das traue ich mich nicht mehr.
Ich lese nicht mehr auf Mütter-Blogs.
Ich speichere mir keine Bastelideen für das Kinderzimmer mehr ab, ebensowenig wie Schnittmuster für wasweissich.

Denn... warum sollte ich?
Tut es nicht einfach nur noch mehr weh, wenn ich das Träumen zulasse?

Ausserdem schleicht sich immer wieder der Gedanke ein, wie das Leben nach Beendigung der Kinderwunsch-Behandlung sein könnte.
Ist es ohne Kinder wirklich so schlimm?
Ich zucke innerlich immer noch zurück, aber es ist zumindest nicht mehr eine Weltuntergangs-Katastrophe.

Ich sehe den Entwicklungen in der Therapie mit einigem distanzierten Interesse zu.
Abstrakt, wie ein naturwissenschaftliches Problem.

Mich regen viele Dinge nicht mehr so auf.
Diese "Halbmenschen"-Debatte: ätzend, aber lass sie schwätzen!
Kinderwunsch-Mädels mit extrem schrägen Ansichten: lästig, aber wenn sie meint... 
Wieder mal die Tage bekommen:  15 Minuten Enttäuschung, danach aufstehen, schütteln, Krone richten und weiter geht´s.

Geht es Euch auch so?
Abstrakte Entfernung als Schutzmechanismus?

Macht´s gut,
Eure Nora






Dienstag, 25. Februar 2014

Wieviel bleibt in der Apotheke?

Ich lese ja auch in diversen Foren mit.

Immer wieder stosse ich auf Threads, in denen sich über die Kosten der Arzneimittel unterhalten wird.
Die Arzneimittel, die zur Hälfte oder ganz gezahlt werden müssen.
Je nach Art und Menge der benötigten Medikamente beläuft sich sowas schnell mal im vierstelligen Bereich.
Ob jetzt eine 1 oder eine 2 vorne dran steht, das ist auf jeden Fall ein großer Brocken Geld.

Reaktionen, die ich dann lese, sind z.B.:
"Kein Wunder, dass die Apothekerin so verdammt freundlich war"
"Danach haben sie bestimmt zugemacht - der Umsatz des Tages war ja drin"
"Da hab ich mal wieder einen Teil zum Porsche/Urlaub/... des Chefs beigetragen"
"Für DEN Betrag hätten sie ruhig mal ne größere Zugabe geben können..."
"Noch nicht mal mit der Kreditkarte durfte ich zahlen!"
"Sie haben mir nicht den günstigsten Import bestellt, laut Liste gibt es günstigere!"

Wie sieht das denn nun wirklich aus?

Zum Thema Importe:
je nach Medikament gibt es zahlreiche Importfirmen, zum Teil unterscheiden sich die Preise doch sehr.
Aber nicht jeder Import ist auch lieferbar (oder zumindest zum schnellstmöglichen Zeitpunkt).
Nicht jeder Import weist gewisse Merkmale auf, die der Arzt auf dem Rezept verordnet hat (z.B. Sicherheitsspritze, Pen,...).
Und nicht jede Apotheke "wagt" sich, einfach so für den Preis eine Packung zu bestellen, die von aussen meistens eher unattraktiv aussieht. Wenn Ihr dann schon aus dem Laden raus seid und keine Möglichkeit der Nachfrage besteht...
Darum fragt am besten einfach von Euch aus nach, ob es nicht günstigere Alternativen gibt. 

Zum Thema Geld:
Vor einigen Jahren hat sich die Honorierung der Apotheke geändert.
Das Ziel war wie immer eine Kostenreduzierung im Gesundheitssystem.
  • Vorher wurde die Apotheke prozentual (degressiv gestaffelt) am Preis beteiligt. Hochpreisige Medikamente waren dadurch durchaus lukrativ. 
  • Mittlerweile bekommt eine Apotheke pro Packung ein Honorar von 8,35€ - egal, wieviel das Medikament kostet. Wenn eine gesetzliche Krankenkasse im Spiel ist (auch wenn Ihr 50% der Kosten tragen müsst), dann muss ein Pflichtrabatt von 1,80€ abgetreten werden (um die maroden Kassen zu unterstützen.) ;-) Macht also pro Packung erstmal 6,55€.
  • Dazu kommt als "Lagerkostenausgleich" eine  Spanne von 3% auf den Preis minus MwSt. => bei 1000€ sind das also 30€. (Das soll entstehende Kosten durch Retouren, Verfall und nicht zu vergessen die 6-Wochen-Vorfinanzierung durch die Apotheke auffangen. Wenn ein Medikament verfällt oder nicht retourniert werden kann, dann bleibt die Apotheke komplett auf den Kosten sitzen.)
  • Man kann grob rechnen, dass der Rohertrag (wovon also alle Kosten noch abgehen) bei ca. 3,1% des Preises liegt. 
  • Weitergerechnet mit Norm-Kosten/-Mieten/-Durchschnittsgehältern kommt man pro Packung auf einen Gewinn von 0,4%, die dann natürlich auch noch versteuert werden müssen. Und von dem Rest muss der Apothekenleiter seine eigenen Vorsorgen leisten. 
Und wer verdient an der riesigen Zahl, die da auf dem EC-Beleg steht?
Vor allem der Hersteller und der Staat.
Auf Medikamenten liegt immer noch 19% MwSt., obwohl schon länger gefordert wird, sie steuerrechtlich auf eine Stufe mit Lebensmitteln  zu stellen.

Ich hoffe, dass damit ein wenig Licht in diese Sache gekommen ist.
Es wird somit klar, dass bestimmte Sonderleistungen wie Kreditkarten-Zahlung (kostet die Apotheke Extra-Gebühren) oder große Zugaben nicht unbedingt drin sind.

Was ich aber auf jeden Fall klarstellen möchte:
auch wenn die Zahlen eine andere Sprache sprechen, wir in der Apotheke sind sehr gerne für jeden Kunden da!
Wir sind (bis auf wenige schwarze Schafe) engagiert, wir tuen unser Möglichstes, um gut und schnell die benötigten Medikamente zu liefern und auch in dieser Lebenssituation als Partner an der Seite des Kunden zu stehen.


Wenn Ihr eine gute Apotheke habt, dann unterstützt sie auch von Eurer Seite.
Auch wenn die Packung Schmerzmittel vielleicht 50 Cent mehr kostet als im Internet (häufig steuern aber auch die niedergelassenen Apotheken mit Angeboten dagegen) - es handelt sich um eine Mischkalkulation, durch die oben genannte schmale Renditen (oder teilweise auch Verlustgeschäfte) wieder aufgefangen werden.

Ich füge hier nochmal etwas nachträglich ein:
Die Medikamente gibt es ja teilweise deutlich günstiger im Ausland.
Das liegt (zum Teil) daran, dass diese Länder die Arzneimittel generell geringer besteuern. Guter Durchschnitt ist hier 6%, manche Staten sogar noch weniger bis garnichts (siehe auch hier).
Bitte achtet nur darauf, bei seriösen Anbietern zu bestellen (Stichwort: Arzneimittelfälschungen) und die Lieferzeit mit Worst-case-Szenario   einzuberechnen.

Macht´s gut,
Eure Nora

P.S.: wer das Ganze nochmal etwas anders aufgeschlüsselt nachlesen möchte: hier habe ich eine ganz gute Aufstellung gefunden - die aber nicht mehr ganz aktuell ist.
Damals standen wir kurz vor der MwSt-Erhöhung von 16% auf 19% und die Apotheken wurden von der Presse (wie auch jetzt immer wieder) als die ganz großen Preistreiber und Abkassierer im Gesundheitssystem angeklagt.
Ausserdem wurden die Zwangsabschläge an die Krankenkassen angepasst, aber trotz Milliardenüberschüssen und den Einsparungen durch die Rabattverträge (das wäre einen eigenen Blogeintrag wert...) noch nicht erlassen.
Mittlerweile muss jede Apotheke pro Packung noch 16Cent zur Finanzierung einen Notdienstfonds entrichten, damit die Notdienste auch auf dem Land nicht ein völliges Minusgeschäft werden.

Samstag, 22. Februar 2014

Man sollte seinen Arzt nicht vergessen

Klingt paradox, oder? ;-)

Gerade wir, die wir gefühlt unser zweites Wohnzimmer im Wartezimmer aufschlagen.
Gerade wir, die eigentlich einen Dauerzugang zur Vene gebrauchen könnten und bei denen jeder mal "reinschauen", schallen oder betasten darf.

Ich habe mich dadurch so überversorgt gefühlt, dass ich tatsächlich vergessen habe, im letzten Jahr drei Routinetermine in anderen Disziplinen auszumachen.
Ups!

Gestern war ich durch eine Magen-Darm-Infektion mal wieder gezwungen, zu meiner Hausärztin zu gehen.
Sie ist da sehr gründlich und wollte den Bauch abtasten.
Als ich auf der Liege lag und mein Shirt hochzog, zog sie erstmal die Augenbrauen hoch.
Ach ja - stimmt!
Meine blauen Flecken von der Clexane-Spritzerei!
Die hatte ich fast vergessen, zumal sie eigentlich auch schon wieder fast verblasst sind.
Da ich aber zusätzlich zum Clexane noch ASS einnehmen soll, sieht mein Bauch nach einem Zyklus schon recht "eindrucksvoll" aus.

"Was spritzen Sie denn da? Und wieviel? Und wie lange?"
Nachdem wir das geklärt hatten (Clexane 40, quasi von Stimulationsbeginn bis Abbruchblutung - also mit einer grandiosen Spritzpause von gerade mal drei bis vier Tagen), fragte sie mich noch:
"Machen die Kollegen Ihnen denn auch regelmässig Große Blutbilder?"

Mmmh, nicht dass ich wüsste.
Bei mir wird jeden Monat Blut für die Bestimmung eines Hormons (komm grad nicht drauf, welches) und von fT3 abgenommen.
Das war´s.

"Sie wissen aber schon, dass man von Clexane auch Thrombozytopenie bekommen kann?
Dass man spätestens alle drei Wochen ein Blutbild machen sollte?
Dass eine Veränderung der Werte zum Therapieabbruch führen muss?"

Ach, tatsächlich?
Nein, darüber hatten wir in der Kinderwunschklinik noch nicht gesprochen.
Lustig, weil ich mir seit einem dreiviertel Jahr fast ununterbrochen das Zeug spritze.
Sie hat mir die Passage in der Fachinfo ihrer Arzt-Software gezeigt, da wird es sogar noch strenger formuliert.

Eine Thrombozytopenie ist ein Absinken der Thrombozytenzahl unter die Norm, so dass dann die Gefahr von inneren Blutungen bestehen.
Also quasi die gewünschte Clexane-Wirkung übertrieben. 
Das ist vielleicht deshalb so bemerkenswert, weil Clexane eigentlich nicht wirklich an den Thrombozyten angreift.
Es wirkt, weil es einen Gerinnungsfaktor teilweise bindet. Dadurch aber auch im Vergleich zu anderen Blutverdünnern sehr schnell reversibel ist, denn Gerinnungsfaktoren werden laufend nachgebildet.
Die Thrombozytenzahl regeneriert sich aber wesentlich langsamer, darum ist eine fortschreitende Thrombozytopenie auch so kritisch zu sehen.
Sorry für den kurzen Ausritt in die Pharmakologie von Clexane. ;-)

Meine Ärztin hat jetzt in meine Akte geschrieben, dass ich ohne Aufforderung alle 3-4 Wochen zu einem großen Blutbild kommen darf.
Das finde ich einen tollen Service, da es ja eigentlich nicht "ihre" Therapie ist.

Nächste Woche habe ich wieder einen Termin in der Kiwu, da werde ich mal nachhorchen.

Es ist garnicht so schlecht, mal auch einen Arzt "von draussen" auf eine Therapie schauen zu lassen.
Nicht, um sie in Frage zu stellen - sondern um so kleine Details gesagt zu bekommen wie in diesem Fall.

Macht´s mal gut,
Eure Nora

Mittwoch, 19. Februar 2014

Negativer Crossmatch

Ja, das ist so der große Brocken unseres Ergebnisses.
Das bedeutet, dass mein Körper keinen Schutz für einen eventuellen Embryo liefert, der ja zur Hälfte für meine Abwehr aus "Fremdmaterial" - nämlich den Proteinen meines Schatzes besteht.

Dadurch kann eine Einnistung erschwert werden bzw. es kann zu Frühabstossungen kommen.
Mmh... gut, dass vor den IVF´s zu wissen!
Genau das haben wir bezweckt : unter den optimalsten Bedingungen zu starten.
In der Hoffnung, dass wir so möglichst gute Chancen haben.

Der Rest war so ein wenig diffus: etwas zu viel Jod, bei den Abwehrkräften ein wenig zu wenig da, ein wenig zu viel dort.
Bei manchen Zellen fehlt mir ein x-Chromosom, was aber bei Kinderwunsch-Frauen nicht unnormal ist und keine größere Auswirkungen haben dürfte.

Wie gesagt - das telefonische Beratungsgespräch habe ich Mitte März, bis dahin schieben wir den IVF-Start nach hinten raus.  

Also - als bisheriges Fazit:
irgendwo habe ich so etwas an der Richtung geahnt.
Es ist nicht die ganz große Katastrophe - aber doch ein paar Schrauben, an denen es sich zu drehen lohnt.

Macht´s gut,
Eure Nora

P.S.: ach ja, unnötig zu erwähnen, dass der letzte Schwangerschaftstest wieder negativ war und ich meine Tage erwarte.
Jetzt dürfen wir uns überlegen, ob wir den wahrscheinlich letzten Zyklus vor der ICSI nochmal durchstarten oder ob wir meinem Körper eine Pause gönnen.
Mmmh....

Montag, 10. Februar 2014

Die Spannung steigt!

Ich habe eben mit der Praxis Reichel-Fentz telefoniert.
Unsere Ergebnisse sind fertig, sie schicken sie uns zu.
Das heisst, dass sie spätestens Mittwoch hier ankommen dürften.
Es ging doch relativ schnell - statt der angekündigten 20 Wochen waren es nun doch nur 12,5 Wochen. Prima!

Das telefonische Beratungsgespräch wird Mitte März sein.

Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, was da auf uns zukommt!

Macht´s gut,
Eure Nora


Donnerstag, 6. Februar 2014

Too much!

Stopp!
Bis hierhin und nicht weiter!

Ich habe bisher das Hohe Lied auf den Kinderwunsch-Stammtisch gesungen.
Wie gut es tut, sich mit Leidensgenossinnen auszutauschen.
Zu fluchen, verständnisvoll zu nicken, sich gegenseitig zu bestätigen.
Ein kritisches Ohr zu haben, wenn Therapiestrategien berichtet werden.
Die ein oder andere neue Idee zu haben.
Aber auch mal gemeinsam zu lachen  - und wenn es nur Galgenhumor ist.

Heute Abend ist mir aber wirklich an die Nieren gegangen.
Ich habe mich in meiner Kinderwunsch-Blase irgendwo eingerichtet, hatte mich das letzte halbe Jahr in eine gewissen Komfort-Zone hereingearbeitet. Es war nicht leicht, aber ich habe es geschafft.
Ein Zeichen dafür ist, wie selten ich hier einen Beitrag schreibe.
Es war nicht notwendig.
Natürlich geht es mir schlecht, wenn die Tage wieder kommen.
Selbstverständlich verdrücke ich die ein oder andere Träne, wenn wieder frohe Kunde von frischen Schwangerschaften kommt.
Aber es war insgesamt... ...okay.
Nicht toll, aber in Ordnung.

Was war heute Abend jetzt anders?
Ich kann es ehrlich gesagt garnicht so genau benennen.
Ich bin immer noch sprachlos im wahrsten Sinne. Der Hund konnte sich eben über eine Extra-Runde freuen, dadurch bin ich etwas runtergekommen.

Die Konstellation war an sich schon seltsam: von 9 Mädels sind zwei schwanger, eine holt sich demnächst nach einem leichten Positiv ein Negativ ab (die HCG-Werte steigen nicht wie sie sollen...), zwei stehen mit 40 Jahren in der absoluten Panik und dann noch wir drei anderen von unserer engeren Mädels-Runde.
Das Mädel neben mir stand wahnsinnig unter Druck. Kaum fing sie an zu erzählen, gab es kein Halten mehr.
Es war für sie sicherlich das Beste, sich endlich mal frei zu reden - ich konnte mich aber irgendwann nicht mehr entziehen.
Diese aufgerissenen braunen Augen, die vor Elend quasi trieften! Diese tiefe Wunde in ihrem Inneren, diese Verzweiflung, diese Trauer!
Ich sehe das noch bildlich vor mir.
Was sie und eine andere in der Runde sagten, brachte eine Saite in mir zum schwingen, die mich dann auch zum fluchtartigen Aufbruch brachte.
Sie waren sich einig, dass diese Panik am Anfang noch nicht war. Die ersten IVF´s waren so entspannt wie kaum etwas.
Sie glaubten daran, dass alles gut wird.
Und dann zieht sich der Strick zu.
Die Behandlungen zeigen keinen Erfolg, eine Enttäuschung nach der anderen. Das Geld fliesst nur so weg, die Rechnungen nach dem Negativ sind weitere Nackenschläge.
Das Unverständnis der Freunde und Familie, die gefürchtete Zahl "40", die näher rückt.
Die Angst, dass der Partner sich irgendwann eine jüngere Frau nimmt, mit der er dann immer noch Kinder bekommen kann.
Dass die Belastungen des Kinderwunsches die Beziehung zerstören.

War ich deswegen so berührt, weil ich mich vielleicht in fünf Jahren in derselben Position befinden könnte?
Eine Vision dessen, was ich durchleiden muss?

Ich merkte, dass mein Puls immer weiter stieg, dass ich mich immer unwohler gefühlt habe.
Das war der Moment, in dem ich beschlossen habe: eben reicht´s!
Zu Anfang war ich noch stolz auf mich, weil ich so relativ entspannt und im Einklang mit dem von uns gewählten Weg da sitze.
Innerhalb von eine halben Stunde ging es steil bergab - und wenn es nicht mehr gut tut, dann ist eben Schluß!

Nachdem ich mit dem Hund eine halbe Stunde durch die Nacht gestapft bin, konnte ich langsam klar sehen, was da passiert ist.
Konnte relativieren und einordnen.

1.) In mir drin schlummert immer noch die bitterböse fette Angst. Vielleicht noch nicht einmal vor der endgültigen Vision, ohne Kinder leben zu müssen. Aber vor dem Leiden, das ich durchstehen muss, bis ich diese Lebensphase durchlebt habe und es in irgendeiner Richtung weitergeht.

2.) Ich bin froh, dass ich mit meinem Schatz offen reden kann.
 Ich bin froh, dass wir kein Geheimnis daraus machen müssen und Familie und Freunde Bescheid wissen.
Ich bin froh, dass ich mir in der Gesprächstherapie Werkzeuge geschaffen habe, mit denen ich besser mit meinen Gefühlen umgehen kann.
Ich bin froh, dass ich in meiner engeren Mädelsrunde "passende" Frauen gefunden habe, die unterstützen ohne herunterzuziehen. Die einfach da sind.
Darum denke ich, dass ich insgesamt besser gerüstet bin, damit sich diese Emotionen garnicht so anstauen.
Was die zwei Mädels da so herausgelassen haben, das waren erstklassige "Lava-Rülpser". Ich kenne mich damit aus, es ist aber nicht mehr so schlimm.

3.) Ich habe Angst, dass meine erarbeitete Gelassenheit nur oberflächlich ist (ach.... echt?!?).
Dass mich die Fehlversuche und Geldmangel schutzlos in dieselbe  Panik treiben, die diese Mädels umtreibt.

4.) Ich hoffe, dass wir "alles richtig machen".
Zumindest im Rahmen unserer Möglichkeiten.
Alles im Vorfeld untersuchen lassen, um möglichst gute Bedingungen zu schaffen.
Sich informieren und diese neuen "Rädchen" in der Kinderwunsch-Klinik ansprechen. Notfalls selbstständig agieren.
Ein gutes Auge auf die Kinderwunsch-Klinik an sich werfen.
Wir vertrauen unserer Ärztin total - ich habe aber auch schon 1-2 Alternativen im Hinterkopf, wohin wir wechseln könnten.

Was für ein Abend!
Erwartet hatte ich ein gemütliches Plaudern, heraus kam ein emotionales Wirrwarr... ;-)

Na ja, jetzt sind die Fäden ja halbwegs sortiert und den Rest lassen wir mal auf uns zukommen.

Eben habe ich noch etwas mit meinen Mädels gechattet, das tut unheimlich gut!
Es sind noch ein paar andere Dinge heute Abend geschehen, die für Unruhe sorgten - Blastos, die in dieser Zahl nicht erwünscht sind (*würg*) und weiteres mehr...

So, jetzt muss ich ins Bett!
Macht´s gut,
Eure Nora


Samstag, 25. Januar 2014

Aus fremder Feder

Ich habe in den Weiten des Internets eine Kolumne gefunden, die ich ich sehr gelungen finde.
Er beschäftigt sich mit einem Thema, das für eine Freundin und mich zu einem Problem geworden ist.
Lest ihn erstmal durch, darunter gebe ich meinen Senf dazu ;-)

Den Text habe ich von dieser Seite .

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Kolumne

Mütter und Nicht-Mütter

Mütter und Kinderlose leben in Paralleluniversen – aber nicht für immer. Vital Kolumnistin Verena Carl, derzeit auf dem Familienplaneten unterwegs, freut sich auf ein baldiges Wiedersehen.
Mutter und kinderlose Frau
 
 Einige von uns bekommen irgendwann im Leben Babys. Andere nicht. Trotzdem sind wir früher oder später dasselbe: Frauen ohne Kinder. Das überrascht viele. Es ist, als würden wir alle um den 30. Geburtstag herum in einen Tunnel mit parallelen Röhren einfahren. Eine Röhre ist ausstaffiert mit Prinzessin-Lillifee-Postern und Wakeboards, die andere mit Kantinentabletts und Yogamatten.

Wenn wir zehn, 15 Jahre später wieder auftauchen, stellen wir fest, dass wir uns all die Jahre erstaunlich nah waren – und dass die Straße oberirdisch wieder zusammenführt. Oft wissen wir dann aber nicht recht, was wir miteinander anfangen sollen. Überholen? Hupen? Rechts ranfahren und hallo sagen? Auch im Alltag, wo wir uns im Büroaufzug oder an der Bio-Metzger-Theke treffen, leben wir in Parallelwelten. Sogar durch den Großstadtdschungel schlagen Familien und Kinderlose unterschiedliche Schneisen. Ich selbst habe fünf Jahre lang in Hamburg-Altona gelebt, ohne zu ahnen, wo der beliebteste Spielplatz des Viertels ist – bis meine Tochter dort Stammgast wurde.

Dafür bin ich heute irritiert, wenn ich Samstagabends zur DVD-Ausleihe laufe: Was machen all diese Leute auf der Straße, müssen die nicht ins Bett? Dann fällt es mir wieder ein: Die sind erwachsen! Die gehen essen, ins Kino, zu Freunden. Sie müssen nicht mal um 23 Uhr zu Hause sein. Dass ich trotzdem noch weiß, wie menschliches Leben außerhalb von Hochbetten und Sandkästen aussieht, verdanke ich Frauen wie meiner Freundin Susanne. Susanne ist 47, liebt Kinder, konnte aber keine eigenen bekommen. Als kluge Frau hat sie verstanden, dass damit nicht nur eine Tür zugeht, sondern viele andere auf. Vor Jahren hat sie ihren Job gekündigt, mit ihrem Mann eine monatelange Segeltour gemacht und schreibt heute Filmdrehbücher. „Früher oder später“, sagt sie, „ist jede Frau auf sich selbst zurückgeworfen und muss sich fragen, was sie mit sich und ihrem Leben anfängt. Bei Müttern passiert das bloß etwas später.“ Denn natürlich sind Kinder ein toller Lebensmittelpunkt – aber nur auf Zeit. Schon nach zwei, drei Jahren tauchen aus dem Windeleimer-und-Pastinakenbrei-Ozean Inseln auf. Inseln aus Zeit, die sinnvoll genutzt werden wollen – ob mit Extra-Engagement im Job oder der Gründung einer Bürgerinitiative für die alten Eichen im Stadtpark. In Nullkommanichts nehmen diese Inselchen kontinentale Ausmaße an.

Mit 13 müssen die lieben Kleinen rund um die Uhr Justin Bieber auf Twitter verfolgen, mit 18 die Studienplatzbörsen. Für allzu viel Live-Talk mit Mama bleibt da keine Zeit. Gut so. Wer loslässt, hat die Hände frei. Ich fände es schön,wenn Frauen nach dem Auftauchen aus ihren Tunnelröhren nicht wortlos nebeneinander herbrausen würden. Sondern gemeinsam die nächste Ausfahrt nähmen, sich auf eine Picknickbank setzten und redeten. Weil keine von uns so herauskommt, wie sie hineingesaust ist. Weil Mütter neue Umlaufbahnen kennenlernen sollten, wenn sie nicht zu klammernden „Helicopter Parents“ mutieren wollen. Weil Kinderlose den Anschluss an die Welt brauchen, um nicht im „Früher-war-alles-besser“- Modus zu versauern. Und weil wir noch eine schöne Strecke vor uns haben, auf der wir gute Freundinnen brauchen. Neue – und alte, die ein paar Jahre in der anderen Tunnelröhre verschwunden waren. Ich glaub, sie sind uns schon ganz nah.

 
Autor:
Verena Carl
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Hat was, gelle?
Eine meiner Freundinnen ist fest in so einer Röhre verschwunden.
Sie möchte gerne Kontakt halten, aber das fällt schwer.

Ich bin nämlich zur Zeit in einem zweiten Tunnel eingetaucht. 
Durch diese Kinderwunsch-Zeit habe ich so etwas wie Scheuklappen auf, schaue nur wenig nach rechts und links.
Gefühlt hat für mich alles mit dieser Problematik zu tun. 
Denn alles in meiner näheren Lebensplanung hängt davon ab, ob ich die nächsten 30 Jahre mein Lebens bis zur Rente von Kindern unbeeinflusst leben werde / muss - also jetzt schon in "die Zeit danach" starte oder ob sich demnächst doch nochmal alles auf den Kopf stellt.
Auch wenn ich im Moment ein wenig entspanne und mich zurücklehne, das Thema bleibt für erstmal bestehen.

Und da sind wir nun. 
Sie in ihrem Kindertunnel, "nur" Hausfrau und Mutter mit einem Hang zum Selbstzweifel.
Ich in meiner "Was bringt mir die Zukunft"-Röhre mit der Angst, dass unser großer Wunsch nicht eintreten könnte.

Wir sitzen bei einer Tasse Kaffee zusammen und versuchen, Themen zu finden. 
Am besten funktioniert es, wenn ich in ihr Leben eintauche, mir ihre Probleme und Sorgen anhöre und sie darin bestätige, dass sie in dem Zirkus "Super-Mutter mit super Kindern" nicht völlig versagt.
Für mich sehr unbefriedigend, denn ich wünsche mir ja wenig mehr als genau diese Probleme zu haben. 
Über das reden, was ich so machen? So wie die im Text genannte Freundin?
Ja, ich führe ein vielseitiges und ausgelastetes Leben. 
Aber ich stehe (noch) nicht voll dahinter - denn mein Plan für diese Lebensphase ist eigentlich ein anderer.
Wie soll ich von tollen Ereignissen berichten, wenn bei mir im Hinterkopf ein ständiges "Ja, aber...!" herumfunkt?
Als wäre alles nur ein notwendiger Zeitvertreib, während wir von Monatszyklus zu Monatszyklus eilen.
 
Ich fürchte, zur Zeit schliessen sich diese zwei Fahrspuren gegenseitig aus. 
Es tut mir nicht gut, ich komme mir ausgenutzt vor.
Ich kann zur Zeit nicht die tolle Freundin sein, die die Mutter in das Leben zurückholt. 
Zumal die Freundin nicht dazu zu bewegen ist, ihre doch reichlich vorhandenen Zeitinseln (die Kinder sind im Kindergarten bzw. Schule bis mind. 14h) mal anderweitig zu nutzen. 
 
Vielleicht, wenn ich mich mit meinem Thema arrangiere.
Erste Ansätze gibt es - ich konnte letztens sogar mal eine Art Plan aufstellen, wenn wir dann doch kinderlos bleiben (es ging um Reisen). 
Und dass, ohne zu schlucken, melancholisch zu werden oder sogar ein Tränchen unterdrücken zu müssen.
Es wird!

Mal schauen, wann ich aus meinem Tunnel wieder auftauche!

Macht´s gut,
Eure Nora